Es soll ja Menschen geben, die sich über die bei Meinungsverschiedenheiten zum Schneiden dicke Luft zwischen Daniel und mir freuen. Dieser Teil unseres Publikums dürfte heute besonders glücklich sein, denn zum Kinoflop Freibeuter des Todes (The Island, 1980) werden wir uns so gar nicht einig. Da sorgt Nicolas Cage mit seinen Bienen und einer ausgeprägten Liebe für Drahtesel schon für mehr Einigkeit. Zudem finden wir, dass das Remake Wicker Man - Ritual des Bösen (2006) nur höchstens die Hälfte der Häme verdient hat, die so in aller Regel auf den Film einprasselt.
Timecodes:
- 00:01:35 – 00:54:35 Freibeuter des Todes (Michael Ritchie, 1980)
- 00:54:35 – 01:37:10 Wicker Man (Neil LaBute, 2006)
P.S.: Lang ist's her (2017!), aber in Folge #205 sprachen wir bereits über den alten, guten The Wicker Man (1973).
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Nein, Michael Caines Attitüde ist überhaupt nicht fragwürdig. Was soll das denn überhaupt für eine moralische Bewertung sein? Dass ein Schauspieler des Geldes wegen arbeitet? Fragt man denn einen Dachdecker nach seinem inneren Feuer oder einen Balletttänzer nach seinem Parteibuch? Als Schauspieler ist man weder Pfarrer noch Politiker oder Psychotherapeut und kann nur dem schnöden Mammon frönen ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen. Und ist es nicht einigermaßen menschlich und nachvollziehbar, dass man als Cockney-Prolet, als Kind einer Putzfrau und eines Fischverkäufers nachdem man sich Respekt, Anerkennung und Wohlstand erarbeitet hat, diesen auch ein bisschen unbescheiden zur Schau stellt? Dass man imagebewusst, geldbewusst und um seinen eigenen Marktwert bedacht seine Filmkarriere plant mit besonderem Augenmerk darauf mit der Gage das Dach seines Hauses reparieren zu können(Jaws 4)? Und wenn Caine ironisch darauf hinweist, dass er solche Filme wie The Island oder Jaws 4 nie gesehen hätte, wohl aber das Dach, Haus, Auto, die er damit bezahlen konnte, ist daran nichts Despektierliches sondern einfach nur britische Selbstironie oder self-deprecating humor. Man muss es auch mal aus seiner Warte sehen - da macht er ein ums andere Mal einen Film, der auf dem Papier eigentlich ganz gut aussah (The island, Jaws 4) und dann kommen da solche Gurken heraus :-( Der arme Mann! Und was soll er bitteschön auf die vielen Nachfragen in Interviews nach den vielen schlechten Filmen in seiner Karriere sagen? Sorry, ich finde aber nicht dass the island so schlecht ist. Oder sorry aber das Drehbuch war gar nicht so schlecht? Und deshalb sollte man es folgendermaßen machen: Über den Gag von Caine lachen und sich dann überaschen lassen, dass der Film gar nicht mal so schlecht ist. Und abgesehen von seinem Cockney-Background und davon dass er einfach wahnsinnig sympathisch ist, unterscheidet ihn von einem neureichen Angeber und Proleten wie Michael Wendler eben vor allem dass er eine Stilikone ist, dem jeder seinen Rolls Royce gönnt und dem seine Austin Powers-Brille steht. Groovy! Beweise: https://www.reddit.com/r/OldSchoolCool/comments/j94dcc/actor_michael_caine_with_his_rolls_royce_1960s/?tl=de
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